05. Dezember – Habt ihr dran gedacht? – Barbarazweige
Advent und Weihnachten, Allgemein

05. Dezember – Habt ihr dran gedacht? – Barbarazweige

Hallihallo,

gestern war es mal wieder soweit: unser Kirschbaum musste Zweige lassen!

Zwar nur ein paar, aber ich bin schon sehr gespannt, ob sie Heiligabend blühen.

Vor ein paar Jahren las ich zum ersten Mal von dem Brauch, am 04. Dezember – dem Tag der heiligen Barbara – Kirsch- (oder andere) Zweige zu schneiden und im Haus in eine Vase zu stellen. Am Weihnachtsfest sollen sie dann blühen.

Im Netz findet man dazu unter anderem folgende Erklärung:

Barbarazweige

Barbarazweige sind Obstbaumzweige, die am 4. Dezember, dem Tag der Heiligen Barbara, geschnitten und anschließend in warmes Wasser (in der Nähe eines Ofens) gestellt werden.

Barbarazweige sind Äste von Obstbäumen. Meist handelt es sich um Kirschbaumzweige, auch Apfelbaum, Birnbaum-, Pflaumenbaum-, Flieder- oder Lindenzweige sind hierfür üblich. Barbarazweige werden am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara, geschnitten und anschließend in warmes Wasser (in der Nähe eines Ofens) gestellt, damit sich an Weihnachten ihre Blüten möglichst geöffnet haben. Grüne Zweige in der Winterzeit gibt es wohl schon sehr lange, jedoch hat sich die Bedeutung dieses Brauches geändert.

Verschiedene Brauchformen

In Böhmen gab es den Brauch, die Barbarazweige mit dem Rücken zu ihnen und nur mit einem Hemd bekleidet zu schneiden. Ein niederösterreichischer Brauch ist es, mit Namen beschriftete Zettelchen an die Kirschzweige zu hängen. Derjenige, dessen Name auf dem Zettelchen des zuerst blühenden Zweiges steht, wird im kommenden Jahr besonders viel Glück haben. Nicht nur in Böhmen und Niederösterreich konnte man anhand der Blüten in die Zukunft schauen. Wenn die Knospen am Weihnachtsfest aufgegangen waren, sollten Wünsche in Erfüllung gehen. Blieben die Blüten verkümmert, verhieß das im kommenden Jahr Unglück. Andernorts hat man auf die Fruchtbarkeit des nächsten Jahres geschlossen. Viele und üppige Blüten bedeuteten hohe Fruchtbarkeit. Um hohen Fruchtsegen zu erhalten, umwickelte man am Barbaratag früher in manchen ländlichen Gegenden die Obstbäume mit Stroh. Das Stroh sollte die Bäume vor dunklem Zauber schützen. Seit dem 15. und 16. Jahrhundert hat man blühende Zweige auf das kommende Weihnachtsfest hin gedeutet. Sie sollten auf das Wunder der Weihnacht hinweisen: reiche Blüten mitten im Winter.

Dass gerade am Barbaratag dieser Zweigbrauch zum Einsatz kommt, wird auf eine Legende zurückgeführt. Auf dem Weg zum Gefängnis soll Barbara mit ihrem Kleid in einem Kirschzweig hängen geblieben sein. Daraufhin nahm sie den Zweig mit und stellte ihn ins Wasser. Mit ihrer Verurteilung zum Tode soll der Zweig erblüht sein. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass die Wahl des Barbaratages für diesen Zweigbrauch eher praktische Gründe hatte. Die Knospen benötigen in etwa die Zeitspanne vom Barbaratag bis zum Heiligen Abend, um in einer warmen Wohnung aufzublühen. Da die Zweige damals schon aus Gärten oder von Höfen gestohlen wurden, gab es im 18. Jahrhundert ein polizeiliches Verbot, solche Zweige oder Bäume aufzustellen.

Quelle: www.ekd.de – Autorin: Aurelia Plischke

Nachdem ich es mehrere Jahre verpasst habe, Zweige zu schneiden, ist es seit nun drei Jahren ein schönes Ritual am 04. Dezember und ich ich finde es spannend zu sehen, ob sich die Knospen öffnen. Meine Zukunft habe ich mir noch nie vorhersagen lassen und mache auch diesmal keine Ausnahme 😉 – ich genieße einfach den Anblick dieser schönen Zweige. Wenn ihr mögt, könnt ihr sicherlich auch heute noch ein paar Zweige schneiden. Um die Chancen auf blütenreiche Feiertage zu erhöhen, solltet ihr Zweige wählen, die dicke Knospen haben und diese nach dem Schneiden eine Weile in warmem Wasser liegen lassen. Schneidet sie dann ordentlich schräg an und stellt sie in eine Vase mit frischem Wasser. Wenn ihr dieses alle 3-4 Tage wechselt, blüht der Zweig mit großer Wahrscheinlichkeit.

 

Wie ist das bei euch? Habt ihr auch solche alten Bräuche? Oder habt ihr ganz neue Rituale für eure Familie geschaffen? Wie auch immer: erzählt mir gerne davon, ich freue mich über eure Kommentare! Liebe Grüße!

Eure Dunja

Verlinkt mit dem Friday-Flowerday von Holunderblütchen

7 thoughts on “05. Dezember – Habt ihr dran gedacht? – Barbarazweige

  1. Hallo Dunja,
    das ist eine sehr schöne Idee, ich werde morgen direkt mal ein paar Zweige aussuchen und abschneiden .
    Vielen Dank für die Inspiration, es ist immer toll jeden Tag deine Beiträge zu lesen – einer der schönsten Adventskalender dieses Jahr :-*
    Liebe Adventsgrüße
    Lisa

    1. Liebe Lisa,
      danke für deinen lieben Worte und viel Spaß beim Zweige in die Vase stellen!
      Hab einen schönen Nikolaus-Tag!
      Bis bald!
      Dunja

  2. Liebe Dunja,
    gut, dass du mich daran erinnerst – ich werde gleich in den Garten gehen und ein paar „Nikolaus-Zweige“ schneiden. Früher hatte ich immer einige Kirschzweige von meinen Eltern – der Baum wurde aber leider aus Altersgründen gefällt. Dann gibt es in diesem Jahr eben einige Apfelzweige.
    Liebe Grüße,
    Sabine

  3. Ein schöner Brauch, aber auch mit allerhand Tipps & Tricks hat es nie geklappt, dass sich die Kirschblüten zu Weinachten öffneten, sondern ( wenn überhaupt ) erst im Januar. Ich habe es daraufhin aufgegeben, verspüre aber alljährlich im Januar das Bedürfnis nach Zweigen. Meist sind es dann die der Zierkirsche. Müsste man mal nachschauen auf dem Pinterest Board mit meinen Freitagsblümchen…
    DIR wünsche ich mehr Erfolg!
    Bon week-end!
    Astrid

    1. Guten Morgen, liebe Astrid!
      Schade, dass es nicht geklappt hat! Bisher hatte ich Glück und vermute in diesem Jahr, dass sich manche Knospen schon früher öffnen
      – einige grüne stellen sind zu sehen. Aber ich kenne dieses Bedürfnis, Zweige hin zu stellen – ich mag ihre Optik auch ohne Blüten.
      Mich begleitet seit Jahren ein wunderschöner Magnolienzweig, der nie geblüht hat, aber toll aussieht!
      Hab ein schönes Wochenende!
      Dunja

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